Dracula und Preussenkönig

Inge Pett am 15.06.2014
Plakatausschnitt © Kulturforum Östliches Europa
Plakatausschnitt © Kulturforum Östliches Europa

„Siebenbürgen ist heute mindestens ebenso spannend wie zu den Zeiten von Stephan I.“, betont Birgit Schliewenz. Sie ist die Partnerschaftsbeauftragte des Landes Brandenburg für die Region Zentrum (Centru) Siebenbürgen.

Bereits vor 900 Jahren habe der ungarische König gemahnt, den Einfluss fremder Sitten auf die eigene Entwicklung anzuerkennen. Siebenbürgen war dem ungarischen Königreich damals nach und nach eingegliedert worden. Aus wirtschaftlichen und militärischen Gründen wurden Deutsche ins Land geholt. Das Kalkül ging auf, Siebenbürgen erlebte einen beachtlichen Aufschwung.

An diese alte Verbundenheit knüpft ein Projekt an, das die EU und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gemeinsam initiiert haben. Neue Kooperationen und Freundschaften sollen gefördert werden, zum Beispiel durch den Austausch von Politikern, Fachleuten und Jugendlichen beider Länder. Oder durch die Intensivierung des Tourismus.

Alte Verbundenheit neu belebt

„Brandenburg und Siebenbürgen. Versuch einer Annäherung im Geiste der Toleranz“. Unter diesem Titel zeigt eine Wanderausstellung interessante Parallelen zwischen den beiden Regionen auf. Organisiert vom Deutschen Kulturforum östliches Europa, ist die Ausstellung derzeit in der Botschaft von Rumänien in Berlin zu sehen, bevor sie im Juli und August in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg in Potsdam und im Herbst in siebenbürgischen Städten präsentiert wird.

Harald Roth, Direktor des Deutschen Kulturforums östliches Europa weist darauf hin, dass Rumänien als einziger Staat im östlichen Europa seine deutschen Minderheiten nach dem Zweiten Weltkrieg nicht vertrieben habe. „Sie sind bis heute präsent und – wenn auch nicht mehr in großer Zahl – selbstverständlicher Teil des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens.“

Toleranz damals und heute

Nach der Wende 1989/90 starteten beide Regionen aus einer vergleichbaren Ausgangssituation in das vereinte Europa. So beschäftigt etwa der demographische Wandel, verursacht durch eine dramatische Landflucht, Siebenbürgen und Brandenburg gleichermaßen.

Als erstes Land im Europa der Neuzeit verankerte Siebenbürgen die Religionsfreiheit gesetzlich. Bereits ab 1550 setzte sich dort eine konfessionelle Vielfalt durch: mit dem Toleranzedikt von Thorenburg/Turda aus dem Jahr 1568 wurde eine multikonfessionelle Verfassung zwischen Katholiken, Lutheranern, Calvinisten und Unitariern in Kraft gesetzt, wobei die orthodoxe Kirche geduldet wurde.

Der Große Kurfürst erließ 100 Jahre später in Brandenburg ein Toleranzedikt, das Glaubensgegensätze zwischen Lutheranern und Calvinisten überbrücken sollte. Die Edikte der Vergangenheit leiten über zur Frage nach der Toleranz im Jahr 2014. Es wird nach den Menschenrechten und dem Minderheitenschutz gefragt, aber auch nach dem Umgang mit natürlichen Ressourcen und Denkmälern, an denen beide Regionen so reich sind.

Was ist erhaltenswert? Vor allem dann, wenn die Gelder knapp sind. Während in Potsdam das Stadtschloss neu erstand, bleiben viele Brandenburger Kirchen in ihrer Bausubstanz bedroht. Auch in Siebenbürgen stehen 150 der berühmten Kirchenburgen vor dem Verfall. Auch dies Parallelen, wenngleich sie keinen Anlass zum Feiern geben.

Und auch ein Blick auf die bedeutendsten Persönlichkeiten der Geschichte darf nicht fehlen. So sieht sich ganz unvermittelt Friedrich II. dem Fürsten Vlad Tepes gegenüber, der als literarische Figur des Grafen Dracula Weltruhm erlangte.

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